Dialogische Intervention 2

"Die Legende vom Künstler", Dialogische Intervention 2

Internationale Sommerakademie für Bildende Kunst Salzburg, 2001

Vier Wochen lang intervenierten wir und führten Gespräche und Interviews mit Student/inn/en, Assistent-/inn/en und Professor/inn/en. Projektziel war die öffentliche Reflexion über Künstler/innen-bilder und die Motivationen der Teilnehmer/innen, sich in dieses Berufsfeld zu begeben oder sich zumindest damit auseinanderzusetzen.
Die Situation an der Sommerakademie ist geprägt vom Unterrichtsverhältnis. Die Studierenden sind, was Alter, Ausbildung, Herkunft und Berufssituation betrifft, eine sehr inhomogene Gruppe, weshalb wir uns an vier thematischen Blöcken orientierten:
1. Das Lehrer/innen-Schüler/innen-Verhältnis 2. Die Ge-schlechterdifferenz 3. Die Rolle der Künstlerin/des Künstlers in der Gesellschaft 4. Der Markt bzw. Überlebensstrategien.
Begleitend fanden Diskussionen zu diesen vier Themen-bereichen statt (siehe Anhang).
In einer täglich an allen Spielplätzen der Sommerakademie (Festung Hohensalzburg, Kiefer-Steinbruch Glanegg und Alte Saline Hallein) affichierten „Wandzeitung“ stellten wir je einen Satz berühmter Künstler/innen oder Theoretiker/innen zum „Wesen des Künstlers“ aus. Zugleich ermöglichten die Sätze der Wandzeitung oft Anknüpfungspunkte für Gespräche und Diskussionen.
Der Kameraeinsatz diente (neben der Dokumentation) der Schaffung einer Bühnensituation durch Herstellung einer fiktiven Öffentlichkeit; beim Eröffnungsvortrag trugen wir rote und blaue Arbeitsoveralls, während des Aktionszeitraums beließen wir rote und blaue Versatzstücke zur Andeutung des performativen Charakters der Intervention.
Am Ende jedes Gesprächs bedankten wir uns mit einem Polaroidfoto unserer jeweiligen Gesprächspartner/inne/n. Diese Fotos wurden mit der Aufschrift „Die Legende vom Künstler“ abgestempelt.

Im Lichthof der Galerie 5020 war während des Aktionszeitraums ein Projektraum mit der täglich aktualisierten Wandzeitung, einer Handbibliothek und Visuals eingerichtet. Informationsforen, Diskussions- und Abendveranstaltungen fokussierten die zentralen Fragen des Projekts.
In einem öffentlichen Gespräch mit der Leiterin der Galerie 5020, Hilde Fraueneder, diskutierten wir am Abschlussabend erste Eindrücke und Tendenzen der Interviews. Das gesamte während des Projektzeitraums entstandene Videomaterial wurde an diesem Abend ungeschnitten präsentiert.

Bei dieser Intervention entstanden Videoaufzeichnungen in der Länge von 20 Stunden.

Fotos:
B/W: Elisabeth Wörndl
Videostill: zoblschneider